Pophilo à la Zimbo…

Reden wir über Wahrhaftigkeit

Wenn das kein harter Anfang ist, sozusagen ein Statement zum Tage, zur Lage der Nation und der mangelnden Fortpflanzungslust unserer Dachshundpopulation, weiß ich keinen Besseren. Wahrhaftigkeit also, jene sinnentleerte Worthülse, deren von verschiedensten Personen lautstark, jedoch deshalb um nichts glaubwürdigere Einprügelung auf meine Gehörgänge zu einer mit jedem Tag schmerzlicher ins Bewusstsein dringenden Wunde wird.

Könnte man dem, was andere Mitglieder meiner Gattung – also der Sorte Mensch – zu sagen haben wohl Glauben schenken, hätte ich nicht schon so viele verdammte Ficusbäume zu Grabe tragen müssen, weil ich mich an die Pflegeanleitung gehalten hatte. Ich hab zwar keinen grünen Daumen – ehrlich gesagt noch nicht mal einen kleinen Finger in dieser Farbe, mit einer vernünftigen Anleitung kann man doch aber eigentlich sogar Möbel zusammen bauen, die aus dem Sortiment eines schwedelnden Herstellers mit Hang zur ausgiebig aller Welt vorgelebten Kuscheligkeit stammen. Vielleicht sollte ich mir jetzt lieber einen kleinen grünen Kaktus holen und es mit den komödiantischen Harmonisten halten – doch wo sollte ich dann stechen…?

Ich, dass ist übrigens ein Mann Anfang Virezig, aus einer mittelgroßen Dorfopole in Südwestdeutschland mit etwas Speck auf den Rippen. Diese Beschreibung könnte auf mehrere Tausend Leute hier zutreffen, aber mich gibt’s nur einmal, und ich meine, ich hätte was zu sagen, darum schreibe ich es nieder. Ist heutzutage, gemessen an der Menge in Umlauf befindlicher Informationsverarbeitender Geräte keine Selbstverständlichkeit mehr, denn um einen kurzen Haken zurück zu schlagen: Wahrhaftigkeit ist bei weitem nicht der einzige Passus dessen inflationärer Gebrauch ihn nicht nur seines Sinnes, sondern auch seiner Glaubwürdigkeit beraubt hat.

Das ständige Rauschen, welches uns umgibt hat mittlerweile eine Lautstärke angenommnen, bei der es mir vollkommen Wurst ist, ob ein Handy Elektrosmog erzeugt oder nicht, denn das multiton-nutzlose Blabla meiner Mitmenschen, dass allein hier in meiner Stadt ausreichen würde, um täglich Dutzende Heißluftballons starten zu lassen bringt mich sicher noch schneller um. Überrollt von einer Lawine toter, nutzloser, zu ihren Lebzeiten auch noch schlecht genutzter Wörter – mein Albtraum wird jeden Tag ein bisschen mehr Realität.

Was der Situation den Schwung verleiht der mich, aus meiner Gleichmut gerissen und von ungleich unruhigeren Gefühlen wie etwa Sorge oder gar Trauer getrieben dazu bringt, wahrhaftigen Zorn zu verspüren, der ein Ventil sucht, ist die schlichte Tatsache, dass die Menschen bei ihrem Dummgelaber das notwendig dazu gehörende Gegenstück vollkommen zu verlernen scheinen: das Zuhören.

Menschen reden gerne, meistens auch viel – manche zu viel – weil der Einzelne nur im Austausch mit seiner Umwelt wirklich lebt. Sieht man sich mal jemanden an, der für lange Zeit in Einzelhaft ohne Kontakt zur Welt drum herum eingesperrt war, kann man genau beobachten, was ich meine. Doch Austausch bedeutet, dass man nicht nur gibt sondern auch nimmt. Hm…bezogen auf unserer Egomanen züchtende, wertlosen Tand verehrende Spaßkonsumierungsgesellschaft stellt dies eine seltsame Aussage dar – ist Geben nicht seliger den Nehmen? Man lasse mich folgendes versichern: wenn’s um Worte geht, nicht unbedingt!

Es scheint mehr so, als wenn ein jeder – ja nicht nur eine JEDE – nach dem Motto lebte „Ich muss soviel reden wie ich kann, dann steigt die Chance, dass ich wenigstens ab und zu was intelligentes sage…“. Na ja, im Vietnamkrieg hat auch nur etwa jede 250ste Kugel irgendwas getroffen, dass man als gegnerisch bezeichnen konnte – allerdings ist der Schmerz, den dieses verbale Dauerfeuer erzeugt zumindest bei mir deutlich größer, als das potentielle Risiko einer Schussverletzung bei Da Nang.

Man könnte jetzt natürlich erwidern, dass es eines jeden Menschen gutes Recht ist, sich Gehör zu verschaffen, da in einer Demokratie – und noch immer wahrt unser Staat recht glaubwürdig den Schein, eine zu sein – doch schließlich jede Meinung zählt. Dazu fehlt im nicht gerade grünen, dafür aber ziemlich undurchdringlichen Dschungel der Verlautbarungen jedoch häufig eine durchaus bedeutsame Zutat: nämlich eine eigene Meinung!

Wiederkäuen ist eigentlich eine ziemlich eklige Angelegenheit, den von uns wegen der Milchprodukte und des Fleisches meist hoch geschätzten Rindviechern zwar eine schlichte Verdauungstechnische Notwendigkeit, im Zusammenhang der unbedachten Nachrede jedoch tatsächlich eine Strafgesetzbuchwürdige Handlung. Ich persönlich wäre ja für die Einführung eine Paragraphen 186B im selbigen.

Für alle, die nicht begriffen haben, was ich meine: einfach irgendetwas nachzuplappern, OHNE zu wissen, WORUM es geht, WORAUF sich die geäußerte Meinung gründet, WAS diese im Klartext bedeutet und WESSEN Interessen man damit eventuell grade schadet bzw. einschränkt, ist zwar leider nicht kriminell – dafür aber kriminell DUMM!

Doch ich schweife ab, und dafür möchte ich mich entschuldigen – aber nur bei Denen, die auch ernsthaft zugehört haben. Alle Anderen dürfen – auch wenn sie wahrscheinlich gerade viel zu sehr damit beschäftigt waren, SICH mitzuteilen, um zu begreifen, was hier nun passiert – falls nötig unter Gewaltanwendung, ihrem (un)natürlichen, urbanen Lebensraum entrissen werden, um hernach ohne Handy, Karte, Fortbewegungsmittel und Latte Macchiato durch die Steine der sächsischen Schweiz kriechen zu dürfen. Und all das nur, um im Angesicht der Gewaltigkeit unserer heimischen Natur ein wenig Demut wiedererlernen zu können. Wäre das nicht schön? Einen Photoapparat dürften sie meinetwegen mitbekommen…aber nur einen Analogen bitteschön!

Mache ich mich eigentlich nicht gerade selber der Geschwätzigkeit schuldig? Aber ja doch, mithin in diesem Zusammenhang jedoch eine lässliche Verfehlung, für welche eine angemessene Strafe zu erdulden ich jederzeit bereit bin. Aber erst, wenn ich fertig habe, ja?

Wahrhaftigkeit – was ist das eigentlich? Möchte man zeitgenössischen Erklärungen von mutmaßlich hoher Instanz Glauben schenken, beschreibt sie vor allem das Konzept der Ehrlichkeit und Treue sich selbst gegenüber. Klingt Bedeutungsschwanger heißt aber eigentlich nicht mehr – allerdings auch kaum weniger – als das man sich selbst, also seinen Prinzipien, Idealen, Wünschen und Träumen treu bleiben soll, nein sogar muss.

So, und schon wieder haben wir einen ganzen Güterzug voll Illusionen in ein weiteres virtuelles Eschede verwickelt, denn Ehrlichkeit und Treue sind zwei Eigenschaften, deren Bedeutung sich heutzutage meist auf den puren Gebrauch als Adjektiv ohne Gültigkeit beschränkt. Wären die Menschen in der großen Masse, aber auch beschränkt auf einzelne, leider an Entscheiderpositionen sitzende Individuen tatsächlich ehrlich und Treu bräuchte es wahrscheinlich weder einen großen Teil des bereits erwähnten Strafgesetzbuches noch Hartz Vier.

Aber es ist, wie es ist, und wir sind, wie wir sind, woraus sich erschließt, dass man auf bestimmte Dinge – na sagen wir lieber Problemzonen – immer mal wieder hinweisen muss, auch wenn es schmerzt. Eine solche Zone ist die Geschwätzigkeit. Wenn man selbst, stets darum bemüht, SEINEN Vorstellungen und Meinungen eine möglichst breite Bühne zu bieten dann und wann heiser und ermattet nieder sinkt, um eine Auszeit zu nehmen, fühlt man sich unversehens vom Inhalts- und meist auch Seelenlosen Gesummse und Gebrummse ringsum genervt; was zwangsläufig dazu führt, dass man seine Stimme erneut erheben muss, um sich Ruhe zu verschaffen, was aber nur funktionieren kann, wenn man Alle anderen übertönt.

Circulus Virtuosus, der oft fälschlicherweise wörtlich als Teufelskreis übersetzt wird, den virtus ist eigentlich die Tugend (wobei ein tugendhafter Kreis wohl jener wäre, den keiner verlässt, womit man immer sich selbst hinterher liefe…), meint in diesem Zusammenhang das Geschick, sich selbst in der größtmögliche Lautstärke dauerhaft produzieren zu können. Daran ist freilich nix tugendhaft, womit wir doch wieder beim Teufel wären – oder besser die Tugend ist beim Teufel, nämlich jene, das eigene Organ zu dämpfen und stattdessen die Lauscher und Glotzen aufzumachen, um auch mal zu konsumieren, wie die Anderen sich produzieren. Man nennt dies im Volksmund, wie schon mal erwähnt, auch „zuhören“. EIN simples Verb und SO VIELE Probleme…

Man möchte fast meinen, dass sehr viele Individuen Angst davor haben, sich möglicherweise mit der Meinung eines anderen zu „infizieren“, wenn sie ihm oder ihr nur die Chance gäben, sich hörbar zu äußern. Also nutzen sie ihre eigenen Worte als Desinfektionsmittel gegen die bösen, bösen Denkungsarten der multiplen Gegenüber. Nun ja, eine eigene Meinung zu haben ist schön, doch dazu sind Denkprozesse notwendig, deren Komplexität und damit Bedarf an Rechenleistung weit über das hinaus geht, was die Regurgitierer unreflektierten Fremdmaterials überhaupt zur Verfügung haben.

Stop – genau, wenn die regurgitieren, müssen sie doch wenigstens EINMAL jemandem zugehört haben, oder? Stimmt genau, Watson! Leider aber üblicherweise dem oder der Falschen. Wen also würde jemand, der eigentlich nur sich selbst gerne und laut reden hört denn sosehr respektieren, dass er ihm oder ihr zuhörte? Genau! Jemandem, der genau so ist, wie man selbst, nur bekannter. Mithin also einem somit erfolgreichen, weil dumm schwätzenden Proleten. Ich muss hier keine Namen nennen, wer die Medienlandschaft wenigstens ab und zu wahrnimmt, kann sich der Präsenz dieser Personen leider sowieso nicht erwehren.

Na toll, damit schaffen wir nun auch nicht wirklich die Grundlage für fruchtbaren Gedankenaustausch, oder auch nur das „Zur-Kenntnis-Nehmen“ einer anderen gedanklichen Position. Und diese epidemisch um sich greifende Unfähigkeit, seinen Mitmenschen wenigstens genug Respekt zu zollen, um sie mal ausreden zu lassen, oder sogar wahrzunehmen, was sie zu sagen haben wird durch unsere fälschlicherweise so genannten „Eliten“ auch noch an jedem Tag befördert, indem sie allen Bürgern als Idol demonstrieren, dass nur derjenige Recht hat, der am lautesten, am schnellsten, am rücksichtslosesten und schamlosesten agiert, um das Medieninteresse an seiner Person und somit die Option auf (mehr) Macht und/oder Kohle längst möglich zu erhalten.

Der Zusammenhang erschließt sich an Politikern, die alternden Rockstars gleich an jedem neuen Tag irgendwelche Verlautbarungen von sich geben, die entweder eine Kontraposition zum eigentlichen Partei- oder gar Gesellschaftskonsens bildet oder aber Teile eines Privatlebens publizieren, welche Grund zum Reden geben. Auch schlechte Presse ist Presse, und ist man nicht in aller Munde, ist man ganz schnell vergessen. Sich produzieren, andere provozieren, sich zieren, andere verunzieren – eine Zier für den Homo Sapiens Sapiens ist das alles nicht, wohl aber vermeintlich eine Notwendigkeit, die jedoch lediglich dem vorgenannten Circulus Virtuosus ohne virtus entspringt.

Widersinn haut selten hin und so passiert regelmäßig, was passieren muss; der gesunde Menschenverstand, sofern noch nicht vollkommen vom lautstarken Dauerfeuer der unnötigen Eitelkeiten und des sinnleeren Geschwafels ausgehöhlt meldet sich zu Wort und führt einen Kaltstart durch, eine Art Reboot der Wahrnehmung. Und siehe da, uralte, gesunde Reflexe kommen zum Vorschein, Subroutinen des Geistes, die mit urtümlicher Schärfe und Gnadenlosigkeit feststellen: „Ja, was für einen hirnlosen Schmarren gibt den der/die da gerade von sich?“. Und scharumms verschwindet ein weiterer designierter Publikumsliebling im Wahrnehmungsnirvana – wo er meist auch verdammt noch mal hingehört!

Ende gut, alles gut? Mitnichten, denn das nächste Dutzend lautstarker Proleten steht ja schon bereit, um die entstandene Lücke zu füllen. Egal ob One-Hit-Wonder oder ehemaliger Megastar, Vorbilder sind ersetzbar, sie werden jedoch von der gleichen Maschinerie, den gleichen Automatismen und Algorithmen hervorgebracht, an denen sich die ganze Welt orientiert. Im Grunde genommen haben wir eine kollektive Narzisstische Störung, die es uns verbietet, sich den jeweils Nächsten so weit anzunähern, das Wahrnehmung oder gar Verständnis entstehen könnte.

Würde dies nicht bis in die Politik und die elementarsten sozialen Belange spürbar alles durchdringen, könnte man es als wenig charmanten, aber noch irgendwie tolerablen Knacks abtun, aber wie die Dinge momentan stehen, ist es wahrscheinlicher, das wir solange in die Spiegel glotzen, bis wir ausschließlich nur noch uns selbst sehen können. Das hätte jedoch einen entscheidenden Vorteil: ohne die Möglichkeit zur Partnersuche mangels Fähigkeit zur Erkennung eines solchen gibt’s auch keine Paarung und somit stürben wir aus – Problem erledigt!

Eigentlich mag ich so einfache Lösungen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass uns damit geholfen ist, schwindet, wenn man bedenkt, dass ja jeder, wie ich schon erwähnte nur in der Interaktion mit Anderen wirklich existiert und somit stets nach einer Bühne für sich suchen wird. Das einzig wahrhafte daran ist allerdings meist die Grausamkeit, mit der meine Mitmenschoiden dabei vorgehen. Weniger die Grausamkeit im Sinne von Mord und Totschlag, sondern mehr der Folteraspekt, der von der gelebten Blödheit in Wort und Tat mancher Vollpfosten in meiner Umwelt ausgeht ist es, der mich schaudern lässt.

Wollte man Denen nicht böse könnte man ja sagen, sie sind doch wahrhaftig – all ihr Tun und Wollen ist ehrlich auf das Ziel ausgerichtet, überall ganz vorne zu sein und dabei gehen sie wahrhaft skrupellos und gleichzeitig doch dumm zu Werke. Und sie sind nicht bereit, dieses Prinzip für irgendwas oder irgend wen umzustoßen. Nur das Egomanie und Ignoranz leider keine Tugenden sind. Wahre Treue und Ehrlichkeit gelten jedoch selbst im Geist eben jener, die sonst von nix außer dem Vorantreiben der eigenen Ziele irgendwas verstehen als Tugenden, und ohne dieses Charakteristikum gibt’s halt keine Wahrhaftigkeit.

Womit ich wieder am Anfang angekommen wäre. Sinnentleert, denn oft beschworen, aber doch nicht gelebt bleibt das W-Wort eine traurige Erinnerung, ein Abglanz jener guten alten Zeit, als ehrenhafte…. STOP, STOP, STOP! Alles Humbug. Wahrhaftigkeit war stets eine Illusion, denn sie wurde immer nur von Jenen beschworen, die sich Sorgen um ein Image in der Öffentlichkeit zu machen hatten; oder Jenen, die hofften, jemals in diese Verlegenheit kommen zu dürfen.

Es ist wahr – Ehrlichkeit und Treue sind in Haft. Entmachtete Gefangene der Heuchelei, des Gelabers und des Stolzes auf die eigene Blödheit, die in Ermangelung ausreichender Geistesleistung auch noch als Zierde empfunden wird. Es ist also keine Wahrhaftigkeit, die man landauf, landab finden wird sondern eher die Wahr-Haft. Klingt komisch, ist auch schade, bleibt aber so.

Ohne weiter auf narzisstische Massenpsychosen, unstillbare Logorrhoe, sinnlosesten Wörterverbrauch und weitere Vergehen von Menschen an Menschen eingehen zu wollen, lässt sich eiskalt, brutal ehrlich und ohne (weiteres) Geschwafel meinerseits konstatieren, dass wir ganz schön im Dreck sitzen.

„Selber Schuld“ ist zwar schnell gesagt, doch das schließt ja nun leider auch sie ein, werter Zuhörer! Ja genau! SIE! SIE sind zusammen mit vielen anderen mit schuldig! Denn Hand auf’s Herz, wann haben sie das letzte Mal ihre Prinzipien ein bisschen verbogen, jemanden ungefragt mit ihrer Meinung zugetextet, einen lecker zubereiteten Happen Meinung irgendwelcher anderer Typen – also quasi „opinion-to-go“ – unreflektiert übernommen UND auch noch weiterverbreitet? Hm? Nun ja, wenigstens bin ich nicht allein mit meinen Fehlern. Das macht es zwar nicht unbedingt zu einem besseren Verhalten, aber man kann es doch etwas leichter wegstecken, nicht wahr?

Wenn schon die Treue zu Prinzipien – egal ob „nur“ den eigenen oder allgemein gültigen – gelegentlich auf der Strecke der Notwendigkeiten des Lebens bleibt, wollen wir wenigsten ehrlich sein und uns eingestehen, dass es nur allzu menschlich ist, diesen Verführungen zu erliegen. Doch genau diese Lässlichkeit, zu akzeptieren, dass „es halt einfach menschlich ist“ – nämlich zu lügen, sich selbst und Andere zu betrügen, nutzloser oder gar gefährlicher Propaganda hinterher zu laufen, auszunutzen wen und was man nur kann und dabei die Welt auch noch mit seinem eigenen verbalen Auswurf zu verpesten – genau dieser „kleine“ menschliche Fehler ist es, der unsere Welt mit jedem Tag ein bisschen weniger lebenswert werden lässt. Und ganz gleich, wie viel galligen Humor ich auch dagegen zu Felde schicken mag, der faulige Geschmack und der Gestank werden immer übler.

Ich habe zwar noch jede Menge rhetorisches Brennholz für die intellektuelle Feuermauer (Firewall für die Denglisch-Fans) zur Hand, die mich gegen die Schmerzen schützt, welche Blabla und Untaten bei mir verursachen können. Aber vielleicht wäre es an der Zeit, das meine lieben Kontemporanzien – Zeitgenossen, die mich ranzig machen! – ihr Gehirn mal aus dem Topf voller Formalin hinten links im Wandschrank holen würden, wo es liegt, damit es sich nicht durch zu viel Gebrauch abnutzt. Als wenn ein Hirn ein Auto wäre! Im Gegenteil bleibt es – wie die Wissenschaft mittlerweile sogar zu beweisen wusste – eher länger fit, wenn man es regelmäßig gebraucht. Also runter mit der Schutzhülle, ran an die Synapsen und mal ein bisschen Vollgas geben um die Schlacken raus zu blasen, dann läuft der Motor gleich viel runder.

Die Erosionsspuren, welche die willige Aufnahme von medialen Konsumartikeln aus dem Grabbelregal hinterlässt, die man in der Regel zwischen sechs und null Uhr vorwiegend auf den privat finanzierten Kanälen serviert bekommt, kann man vielleicht nicht vollkommen restaurieren. Andererseits ist ein Gehirn noch weniger der Kölner Dom, denn ein Automobil. Auch die Berieselung mit stetig wechselnden Parolen aus jenem fernen gesellschaftlichen Bereich mit ethisch wie sachlich unbegründetem Führungsanspruch – in einfachen Worten: so durch sich selbst benannte Eliten – wird man nicht vollkommen unbeschadet überstehen können. Aber aktiv durch Verweigerung allzu schlechter Kost einem weiteren Verfall Einhalt zu gebieten, wäre auch schon ein deutlicher Fortschritt.

Um mal den Bogen zum Anfang zu schlagen: Lasst die Wahrheit aus der Haft, dann wird vielleicht mal wieder etwas Wahrhaftigkeit daraus. Funktioniert aber nur, wenn man es selber macht, denn jene Menschoiden, die – unter vielem Anderen – für die Zutextung der Welt verantwortlich zeichnen, zeichnen noch ganz andere Sachen, z.B. Wertpapiere des Unternehmens, dass durch ihre Entlassung, werter Leser gerade mal wieder ein paar Prozent Profit mehr abwirft. Dass hier nun wahrlich kein Interesse an Wahrhaftigkeit besteht, versteht sich, so glaube ich, von selbst. Wie gesagt: Einmachglas aufmachen, Gehirn rausnehmen, in den Kopf einsetzen, benutzen – und wundern, was so alles passieren kann, wenn man gerade mal die letzten fünf bis zehn Jahre nicht so drauf geachtet hat…

 

Schuld(ig)?

Was bin ich dem Leben schuldig? Was müsste ich wohl tun, um diese Schuld abtragen zu können, ohne dabei aus den Augen zu verlieren, dass Weiterleben ebenso wichtig ist, wie die Hypotheken der Vergangenheit abzutragen. Wessen bin ich schuldig, und was wäre meine Strafe, wenn irgendjemand auf die Idee käme ein Urteil über das zu fällen, was ich getan und was ich gelassen habe? Und schließlich – was bedeutet Schuld überhaupt? Für mich, für sie, für jeden?

Oh, um es gleich mal vorweg zu nehmen, gewiss habe ich persönlich Schulden, wie fast jeder andere Mensch auch. Manche sind pekuniär, andere sind eher sozialer Natur, aber sie sind allesamt real, nicht wegdiskutierbar und bilden, zusammen genommen ein durchaus nicht leichtes Gewicht, welches auf meiner Seele lastet.

Ich habe ein Gewissen, und auch, wenn es mir durchaus möglich ist, dieses, wenn die Umstände es nun unbedingt erfordern über die eine oder andere Kleinigkeit hinweg sehen zu lassen, ist es doch stets wachsam und verfügt – auf meine Existenz beschränkt – über jene Omnipräsenz, welche wir gerne der NSA, diesem ominösen, angeblich beinahe allwissenden US-Geheimdienst andichten. Will heißen: wenn ich Mist baue, ist es da und klopft mir imaginär, aber deshalb trotzdem um nichts weniger schmerzhaft auf die Finger und sagt: „Was soll das?“

Geht es ihnen genauso? Fühlen sie auch dieses seltsame Grimmen im Unterleib, wann immer sie etwas tun, von dem ihr ganz persönlicher interner Ethikberater sagt, dass es nicht rechtens, oder zumindest nicht ganz astrein ist? Glückwunsch, dann gehören sie NICHT zu dem einen Prozent soziopathischer Egomanen, die anscheinend gegenwärtig unsere Welt beherrschen. Würden Jene tatsächlich das Gewicht dessen spüren, was sie der Welt und den mannigfaltigen Lebensformen darin antun, müssten ihre Seelen – natürlich nur rein bildlich gesprochen – wohl einem außerordentlich unappetitlichen, Schaschlikähnlichen Gebilde entsprechen, welches unter einem Wolkenkratzergroßen Quader aus Eisen hervorquillt…

Verzeihen sie die Bildhaftigkeit meiner Sprache, aber ein besserer Vergleich fiel mir nicht ein, zumal sich hier die Gedanken um Schuld wohl mit dem Wunsch nach gerechter Strafe für Ausbeutung unserer Welt und ihrer Bewohner vermengt haben. Ich dachte wohl eher an einen Körper, welcher unter…nein, lassen wir das lieber.

Jedenfalls mach ich mir, gemessen am vorgenannten Personenkreis – er umfasst übrigens in meiner persönlichen Agenda „(Über)leben nach 2008“ den einen oder anderen Politiker, jede Menge Wirtschaftsbosse, Lobbyisten, Bankiers und anderes der Inhumanität verdächtiges Geschmeiß – durchaus Gedanken um Taten und Unterlassungen, mit denen ich mir Schuld aufgeladen zu haben denke. Zum einen, weil man sich manchmal erst im Nachhinein der Tatsache bewusst wird, dass man gerade Bockmist gebaut hat. Na ja, eigentlich ist das fast immer der Fall. Und zum anderen, weil mein Lebensumfeld mich so sozialisiert hat. Wenn man diese schon gedachten Gedanken nun miteinander verflechtet, wirft das aber fatalerweise einige Fragen auf, denen ich mich nun gerne widmen möchte. Sie auch? Na dann mal los.

Zunächst noch ein Geständnis: Nein, nicht jeder Mensch in einer gehobenen Entscheiderposition ist notwendigerweise asozial, unersättlich gierig, egoistisch und vollkommen ignorant gegenüber denen, die nicht so viel haben oder soviel sind wie er. Es hilft allerdings ungemein, um in unserer Welt, wie sie sich gegenwärtig zeigt, hoch hinaus zu kommen und auch dort zu bleiben. Frauen mögen das männliche Pronomen in diesem Kontext übrigens bitte entschuldigen, doch die meisten Typen, auf die meine Beschreibung passt, sind nun mal Männer. Auf eine gewisse Art irgendwie doch schmeichelhaft meine Damen, oder?

Schuld, was ist das eigentlich? Wenn man sich zum Beispiel die ethische Definition des Schuldbegriffes anschaut, die allerdings verschiedene Qualitäten der Begrifflichkeit unterscheidet, dreht sich dort alles darum, dass der Begriff ein „In-der-Verantwortung-Stehen“ für einen – wie auch immer gearteten – Verstoß gegen den Werte-Normen-Komplex der Kultur meint, in welcher man lebt. Puh, was ist das denn jetzt? Werte-Normen-Komplex? Verantwortung?

Wie man es auch dreht und wendet, wenn man Blödsinn verzapft, Mist baut, krumme Sachen macht, ach nennen sie es wie sie wollen, dann hat man dafür Verantwortung zu tragen. Es ist eigentlich vollkommen gleich, ob man dabei aktiv, oder auch passiv gegen ein Gesetz verstößt, welches ja eine Art staatlich und gesellschaftlich anerkannte Norm für Verhalten darstellt, oder ob man „nur“ etwas getan hat, dass einfach nicht nett oder ehrlich war. Etwa eine Notlüge, eine Flunkerei, das Verschweigen von Informationen, oder Ähnliches.

Werte und Normen sind so eine Art gemeinsamer Nenner dessen was man tun darf oder lassen sollte, eine gewachsene Konstellation, die sich allerdings zwischen verschiedenen Kulturkreisen und/oder Religionsgruppen deutlich unterscheiden kann. Ein gutes Beispiel wäre hierfür die Schari’ a, das islamische Glaubensgesetz und die sich daraus ableitende Rechtswissenschaft, die Fiqh, mit denen wir Mitteleuropäer oftmals nicht klarkommen, da uns die Wurzeln und der zu Grunde liegende philosophische Unterbau nicht geläufig und auf Grund der Verschiedenheit der jeweiligen Historien auch nicht unbedingt verständlich sind. Hieraus entstanden immer, und entstehen noch Konflikte, die jedoch nichts mit der Tatsache zu tun haben, dass man sich in beiden Kulturen Schuld aufladen und dies auch so empfinden kann. Die Mechanismen sind die gleichen, nur die Ergebnisse differieren mitunter deutlich. Doch dazu später mehr.

Wir reden also über eine Sammlung von Regeln, bezüglich deren Gültigkeit im jeweiligen Lebensumfeld, in unserem Fall legen wir mal Mitteleuropa zu Grunde, allgemeiner Konsens besteht, da sie das Zusammenleben deutlich vereinfachen. Zum Beispiel die Zehn Gebote, wo da unter anderem steht: „Du sollst nicht töten!“ Eine einfache, deutliche Ansage, die überall – auch außerhalb des christlichen Einflussbereiches – gleichviel Gewicht hat, denn darüber, dass einfach mal jemanden umzunieten, gleich welche Beweggründe man dafür hat, nicht richtig ist, müssen wir jetzt wohl nicht diskutieren.

Wo will dieser Typ denn jetzt mit uns hin, werden sie sich gerade Fragen, aber mal ehrlich, wenn nicht VORHER geklärt wird, was Sache ist, für wen welche Regeln gelten usw., gibt’s hinterher nur Gejammer und Gezeter, weil irgendjemand sich ungerecht behandelt fühlt. Und das Schuld und Gerechtigkeit miteinander zu tun haben, ist ebenso unstrittig wie das mit dem Töten, oder? Ich meine, man muss die Herkunft von Schuld, also die Gründe aus denen sie entstehen und wachsen kann kennen, bevor man anfängt, darüber zu reden, warum man wie viel davon trägt, und wie man damit fertig wird, bzw. wie man sie abtragen – oder gemäß dem älteren Sprachgebrauch: „sühnen“ – kann. Beim Pizzabacken muss man den Teig schließlich auch erst kneten, bevor man ihn ausrollt.

Eine kleine Geschichte: Nehmen wir mal an, ER will zu diesem GANZ wichtigen Pokalspiel (es geht um Fußball, aber die Jungs wissen das ja schon), noch dazu in seiner Stadt. Seine Holde – in dieser kleinen Geschichte nicht ganz so vernarrt in das runde Leder, wie ihr Gatte – hat jedoch just an diesem Gottverdammten Samstag eine Grillfete mit den anderen Muttis und Pappis aus der Krabbelgruppe anberaumt. Sie hat das schon vor drei Wochen kundgetan, er hat’s aber nur mit halbem Ohr wahrgenommen weil die „Frau-Deutsch/Deutsch–Frau“-Funktion seiner CPU gerade nicht online war. Ist halt schon ein älteres Modell. Die daraus folgende Konsequenz ist klar: Ein Interessenkonflikt, weil er es nicht gebacken bekommen hat, ihr seine Interessen rechtzeitig zu kommunizieren (um ehrlich zu sein, hat er sich schon das Letzte Mal abgeseilt). Man hätte das ganze Ding ja anders terminieren können, aber jetzt naht die Stunde der Entscheidung und wer dieses wackere Mannsbild kennt, weiß hundertprozentig, dass er zehnmal lieber mit seinen Kumpels einen in der Arena draufmacht, als zusammen mit diesen ganzen Übervater-Tranfunzeln lauter Kindern beim Sich-Beschlabbern zuzukucken. Und was folgt daraus? Ganz klar, er disponiert um, und greift zu einer List. Er deponiert seine notwendigen Devotionalien und Paraphernalien (Schal, Mütze, Fanfare und nicht zu vergessen das Ticket, welches er heimlich vom Internetcafe aus bestellte und an seine Arbeitsstelle liefern ließ) im Voraus bei einem Kumpel, lässt sich von einem Kollegen zu einem dringenden Termin rufen und feiert mit seinen Kumpels ausgelassen den Heimsieg „seiner“ Mannschaft, um dann in den frühen Morgenstunden einigermaßen ernüchtert, umgekleidet und angemessen reuig wegen seines Fortbleiben wieder in der heimatlichen Hütte aufzukreuzen.

Sauberer Plan Jungs, oder etwa nicht? OK, an den Details kann man noch schrauben, aber im großen und ganzen könnte die Sache so perfekt laufen, was beweißt, dass auch im größten Couchkartöffelchen unterm Pantöffelchen ein echter Macher steckt, wenn es um die wahrhaft wichtigen Dinge im Leben geht. Wenn da nicht am nächsten Morgen dieses nagende Grimmen im Leib zu verspüren wäre, so eine Art Bauchschmerzen, die weder vom Verzehr ethyltoxischer Hopfenkaltschalen noch vom Reinstopfen fettiger Würstchen mit zuviel Ketchup herrühren. Oh nein, meine Herren, da schlägt es wieder zu, der härteste Feind all Jener, die sich ihre Annehmlichkeiten gelegentlich erschleichen müssen: das Gewissen.

Übrigens habe ich diese Geschichte nicht mit IHM als dem Bösen erzählt, um bei den Ladies noch ein paar Pluspunkte zu sammeln, sondern, weil ich darauf hinauswollte, dass wir Jungs, wenn es eine hinreichende Motivation dafür gibt genauso perfide und hinterhältig agieren können wie ihr Mädels. So, nachdem das nun geklärt wäre gehen wir einen Schritt weiter.

Wir haben es hier gleich mit mehreren Problemen zu tun, welche diese eine kleine Entgleisung mit sich bringt. Zum einen, dass unser Compadre gelogen hat, als er sich zu einer wichtigen Arbeit abrufen ließ. Dabei hat er auch noch jemanden zum Komplizen gemacht, und diese Person somit in seine Lüge verwickelt. Darüber hinaus hat er seine Frau und sein Kind willentlich und wissentlich an diesem von seiner Holdesten lange und sorgfältig arrangierten Familientag um seine Anwesenheit gebracht, weil ihm das Verlangen nach ein bisschen Fußball, Bier und Würstchen offensichtlich wichtiger war, als seine Familie. Bevor wir diesen feigen, intriganten Arsch für seine Verfehlung jetzt mal so richtig verbal zerreißen, wäre es mir allerdings eher ein Anliegen, Motivation Schuld und mögliche Sühne zu analysieren, denn darum soll es hier gehen und nicht um die billige Zurschaustellung und Beschimpfungen einer fiktiven Person, die allerdings mit Sicherheit irgendwo ein sehr reales Analogon besitzt.

Er hat sich rein objektiv betrachtet also mit ein und derselben Tat gegenüber mehreren Personen Schuld aufgeladen. Ich gehe in meinem Beispiel einfach mal davon aus, dass er darob tatsächlich Reue empfindet, aber was wäre, wenn unser „skrupelloser“ Fußballfan das nicht täte? Wenn es ihm eigentlich mehr oder weniger Wurst wäre, dass er andere enttäuscht hat, und das diese Enttäuschung noch deutlich wüchse, wenn sich herausstellte, dass er sie betrogen hat. Wenn er, wie dies manchmal in Gerichtsurteilen zu lesen ist, nur ein sehr mangelhaftes Schuldbewusstsein bemerken ließe?

Schuld zu tragen, oder besser verantwortlich für etwas zu sein, das einen Verstoß gegen Normen, Regeln, Gesetze, Gebote gleich welcher Art konstituiert, bedeutet nicht zwingend, dass diese Schuld auch empfunden wird. Wenn es zum Beispiel im Lebensumfeld von X stets normal war, Y auf’ s Maul zu schlagen, wenn dieser keine Zigarette rausrücken wollte (das hatte X sich von seinem großen Bruder X’ abgekuckt), dann wird das für ihn bis zu dem Moment das Normalste (ungewöhnlicher Superlativ, aber passende Sprechweise „Ey, voll normaal, alldaa!“) auf der Welt sein, bis er mit der normativen Kraft des Faktischen konfrontiert wird, die entweder in A) unamüsierten Cops (ungut), oder B) einem viel stärkeren Checker (deutlich unguter) besteht. Egal wie das für unser von Elvis Presley so schön besungenes Kind („In the Ghetto…“) auch ausgehen mag, eins wird sofort deutlich: ein normales Schuldbewusstsein wurde dem Knaben X (kann aber auch genauso gut ein Mädchen sein, in den Kreisen macht das heutzutage leider keinen Unterschied mehr) niemals anerzogen. Womit sich überdies die Frage stellt, ob er somit überhaupt schuldfähig im Sozialpsychologischen Sinne ist.

Zumindest ist er niemals daran gewöhnt worden, dass es eigentlich normal ist, sich dafür zu schämen, wenn man jemanden aus niederen Gründen („Fluppe her, du Sackgesicht!“) geschlagen hat. Hieraus kann man aber lernen, dass man was lernen muss, nämlich ein Schuldbewusstsein. Dieses ist kein instinktiver Reflex, wie das Füße nach Unten stellen bei einer fallenden Katze, oder dass man Dinge, die vom Tisch rutschen aufzufangen versucht. Wehe demjenigen, den seine flinken Reflexe auch zum Wohle eines Kaktus zugreifen lassen. Ohne Zweifel bereitet das genau soviel Schmerzen, wie das schlechte Gewissen unseres Fußballfans, denn der ist dazu erzogen worden, Scham zu empfinden, wenn er etwas Falsches getan hat. Und auch wenn wir jetzt zum Motiv kommen, nämlich einem für ihn deutlich erhöhten Spaßfaktor für diesen Samstagabend, leuchtet ein, dass dieser hehre Beweggrund ihn zu einer Fehlhandlung verleitet hat.

Es gibt ein Sprichwort, welches besagt, dass die schlimmsten Verbrechen aus den besten Absichten begangen worden seien. Da ist durchaus Wahrheit dran, und zwar in sofern, als die Ideen davon, was die Beteiligten als gutes/richtiges Ergebnis betrachten sehr wohl differieren können. Wenn zum Beispiel ihre 15-jährige Tochter ankommt und sich nun ein Bauchnabelpiercing oder ein Tattoo stechen lassen möchte, dann werden die elterlichen Beschützerinstinkte folgendes sagen: nämlich, dass so was großer Blödsinn ist, denn man weiß ja nie, ob da nicht was schief geht, und wenn das Tattoo in einem Jahr, oder auch fünf nicht mehr gefällt, bekommt man es nicht mehr weg, und überhaupt, wie willst du dich mit so einem Ding auf der Haut um einen gescheiten Job bewerben …pipapo …usw. usf.! Dem Mädchen ist das aber so was von egal, denn das Hautbildchen ist hip, es gefällt ihr, es macht, dass sie „IN“ ist – und überhaupt, was will die/der Alte überhaupt von mir, die haben doch vom echten Leben keine Ahnung (mehr)! Egal, wie man diesen Konflikt auch auflöst, eine der beteiligten Parteien wird zumindest mit einem Grimmen in der Magengrube das Schlachtfeld verlassen.

Schuld beruht darauf Verantwortung zu tragen, Schuldbewusstsein, sich über diese Verantwortung auch im Klaren zu sein. Wenn nun ein Motiv aber so stark ist, dass es das Verantwortungsbewusstsein übersteigt – Papa will unbedingt zum Fußball, Töchterchen will dieses verdammte Tattoo, Mutti leistet sich einfach dieses sündhaft schöne Stück (irgendwas) – wird aus dem Gedanken an mögliche Schuld, den wir als schlechtes Gewissen bezeichnen und der uns Gott sei Dank oft im Leben von Dummheiten abhält, tatsächlich eine schuldhafte Aktion. Ab da verkompliziert sich alles exponentiell, denn aus Gewissen wird hoffentlich Scham. Oder auch nicht, wie bei unserem Ghetto-Kid.

Es mag Motive geben, die eine auf den ersten Blick nicht einwandfreie oder gar schlimme Handlung rechtfertigen könnten. Wie etwa, wenn jemand durch Gewaltanwendung von einer noch schlimmeren Tat abgehalten werden kann. Wenn Polizisten mit einer List ein Geständnis oder eine wichtige Information erlangen. Wenn man durch eine, nennen wir es mal geringe Modifikation von Wahrheit jemandem das Leben oder auch den Tod erleichtert. Mit anderen Worten, schwerwiegende Gründe, bei denen es um den Erhalt von Leib, Leben, großen Sachwerten oder aber um die Spende von Trost, Erleichterung, Vergebung geht.

Seien wir ehrlich, damit hat Fußball nun wirklich nichts zu tun. Wenn sich eine in Staatslenkung verwickelte Person des öffentlichen Lebens im ehrenvollen Kampf um die Gunst des Volkes für den Gewinn oder Erhalt solcher staatslenkender Ämter hinstellt und zum Beispiel erzählt, dass er im Falle, dieses Amt innezuhaben alsbald dafür sorgen würde, dass die Energiekosten nicht mehr explodierten, als wenn irgendein wüstes Kamel rings um Katar alle Bohrtürme umschubste und blöde Tschetniks auf den Gaspipelines Kalaschnikow-Kasatschok tanzen würden, wären das fraglos tolle Neuigkeiten. Wenn sich aber, nachdem selbige Person sich so des Sieges fraglichen Volksentscheides versichert hätte, nun herausstellte, dass er – wie ungefähr fast alle anderen vor und nach ihm auch – nur Stuss gelabert hätte, um ein paar Jahre wichtig sein und hernach eine fette Pension kassieren zu können, hätte dieser höchst geschätzte Vertreter unserer Führungseliten damit nicht nur noch einen weiteren Nagel in den Sarg unserer siechen Staatskultur geschlagen, sondern sich ganz individuell auch noch die Schuld aufgeladen, dem Wahlvolk einen Bruno aufgebunden zu haben, obwohl er doch selbst der Problembär ist. Soweit zur populistischen Betrachtung.

Da ich aber, dem „common sense“ sei Dank immer noch nicht verblödet genug bin, um irgendwelchen Sozialromantisierenden Möchtegern-Robin-Hoods aus dem Ex-Stalinistenlager meine Stimme zu geben, betrachten wir das ganze mal so: Dieser Homo Politikus, von dem gerade die Rede war, legte im Zuge der Verkündung seiner Ideen und Ziele möglicherweise gar kein falsches Zeugnis ab. Es erscheint, wenn man die Funktionen unserer Politischen Welt genauer betrachtet eher wahrscheinlich, dass er mit dem Einzug in das Amt feststellen musste, dass seine Ideen ja ganz nett sind, es jedoch jede Menge anderer Wesen vom Typus Homo Lobbyisticus gibt, die mit ihm A) nicht konform gehen und B) Argumente haben, denen er sich nicht verschließen kann (z.B.: „Wenn sie uns niedrigere Preise für unseren Strom vorschreiben, werden wir 10.000 Leute rausschmeißen, damit der Aktienkurs gleich bleibt. Haben sie nicht auch Papiere unseres Unternehmens in ihrem Portfolio…?) Das klingt zynisch und nach Verschwörung, ist aber nicht ganz soweit hergeholt, wie zu behaupten, man könne ohne Gegenfinanzierung einfach mal die Steuern senken UND die Sozialleistungen erhöhen. Objektiv hat der Politiker in diesem Beispiel gelogen. Er tat das möglicherweise – nun ja, eigentlich ist das höchstwahrscheinlich – in Kenntnis der Umstände, unter denen er seine Arbeit würde verrichten müssen. Weil er aber in diese Amt wollte, um vielleicht tatsächlich etwas bewegen zu können nahm er diesen Fehler in Kauf. War das nun falsch? Ist der nun böse? Oder ist es nicht eher so, dass er genau wie das Ghetto-Kid eher ein Opfer der Umstände ist; wenn auch sicherlich unter deutlich anderen Vorzeichen und mit vollkommen differierenden Konsequenzen. Dem Politiker bleibt, wenn man alles andere abzieht immerhin noch die Pension.

Worauf ich nun hinaus möchte ist Folgendes: dass sowohl die Umstände unter denen man Schuld an etwas erwirbt, als auch das Bewusstsein – oder dessen Nichtvorhandensein – unverantwortlich, falsch, unethisch, asozial oder schlicht böse zu handeln, und ebenso die Motive, welche einen eventuell sogar bewusst zu diesem Tun bewegen, durchaus Einfluss haben sollten, auf die Notwendigkeit, Art und Schwere der eigentlich unausweichlich aus Schuld erwachsenden Konsequenz: nämlich der Sühne.

Es ist nicht so, dass die Figuren aus meinen kleinen Beispielen sich keine Schuld aufgeladen hätten. Ganz im Gegenteil sind sie, ein jeder auf seine Weise waschechte Schweinehunde, deren Vergehen mit Sanktionen von der 30cm-Gußeisernen in die Frontobasalien, über eine „freundschaftliche“ Aufklärung im Bezug auf die Besitzverhältnisse von ungesunden Genussmitteln bis hin zu einer raschen Abwahl/Amtsenthebung belegt werden könnten. Wobei ich persönlich übrigens die körperliche Züchtigung nicht favorisiere. Sie funktioniert zwar am schnellsten und unmittelbarsten, bringt in der Regel allerdings auch die schlechtesten Ergebnisse, weil sie im Fall des Fußballfans bestenfalls eine zeitlich begrenzte Entzweiung der Eheleute, im Fall des Ghetto-Kindes eine Bestätigung des Selben in der Ansicht, das Gewalt toll ist und im Falle des Politikers eine Strafanzeige wegen Körperverletzung für den Strafenden erzielen würde, ansonsten aber rein gar nix zum Thema Sühne brächte. Sühne ist demnach mithin NICHT, jemandem Tibia und Fibula an der gleichen Stelle zu brechen, an dem er mir diese Knochen brach, als er mich mit seinem Fahrzeug umgemäht hat. Das wäre Rache und dies ist bekannter Weise nicht Recht…oder? Wer „er“ ist, spielt übrigens keine Rolle…

Sühne gilt vielen als Synonym für Strafe und rein juristisch betrachtet könnte man wohl davon sprechen, dass zu sühnen im modernen Lebensbild bedeutet, eine im Kontext der gültigen Rechtssprechung angemessene Strafe für eine Verfehlung zu empfangen und diese zu ertragen. Hoppla, und schon wird es abermals verdammt kompliziert, denn am simplen Beispiel des Diebstahls treten hier, global betrachtet Unterschiede zu Tage, die einen erstmal mit den Ohren schlackern lassen; natürlich nur, sofern man zu so einem Kabinettstückchen fähig ist. Die Strafandrohungen für das vorgenannte Vergehen (selbstverständlich in Abhängigkeit von der Schwere des Selben) rangieren von max. 5 Jahren bis zu max. 20 Jahren (oder auch lebenslänglich bei wiederholter Verurteilung), und in einigen, wenigen Staaten ist es bis heute üblich, einem verurteilten Dieb eine Hand zu amputieren. Auch wenn dies heutzutage nicht mehr mit einem stumpfen, rostigen Beil vollzogen wird, bleibt es eine Verstümmlung, die für den Betroffenen nicht nur eine lebenslange soziale Ausgrenzung mit sich bringt (er ist ja nun jedem als Dieb erkennbar), sondern ihn auch in anderer Hinsicht endgültig der Chance auf Resozialisierung beraubt, da er viele Tätigkeiten mit einer Hand nun mal nicht mehr ausüben kann. Objektiv betrachtet ist es eine Geste der Abschreckung – die genauso objektiv nichts bringt, sonst gäbe es ja wohl kaum immer wieder Diebe, an denen man sie vollstrecken könnte/müsste, oder wie sehen sie das, Watson?

Jedenfalls ist diese Praxis – ganz gleich, wie man zur sonstigen Philosophie und religiösen Überzeugung dieser Leute steht – schlicht grausam, unzeitgemäß und kaum dazu angetan, als angemessenes Strafmaß angesehen zu werden. Ob unsere Bananenrepublikanische Variante mit 18 Monaten auf Bewährung, die der Delinquent dann gleich wieder im Kreise seiner Compadres verbringen kann, die ihn alsbald zur nächsten Dummheit anstiften werden allerdings soviel besser ist, sei mal dahin gestellt. Wenigstens theoretisch wahrt man diesem dummen Kind damit die Chance auf Resozialisierung und eine echte Zukunft abseits des Ghettos.

Zurück zur Sühne. Sie ist wie ein Kürbiss. Die Schale ist hart, das Fruchtfleisch ziemlich kernhaltig, aber wenn man es zu kultivieren versteht, gibt es eine köstliche Suppe ab. Die Härte der Schale repräsentiert hierbei die Wucht, mit der Strafe empfunden wird. Wenn so ein Golo nun mal beim Klauen erwischt und dann von dem schwarz berobten Typ hinter dem hohen Tisch mit den hochtrabenden Worten dazu verknackt wird, Sozialarbeit abzuleisten oder sogar einzufahren, versteht dieser Dämlack erstmal die Welt nicht mehr: „Ey Aalda, isch hab mir doch bloß so’n Futzel mitgenummä, heya dofärr grieg isch ä bissl Schit, verschdeehscht!“ Für Menschen, die nicht verstehen, worum es hierbei geht: Es gibt Gegenden in den Urbanen Arealen unseres Landes, in denen es als vollkommen normal gilt, jemandem eine auf’s Maul zu schlagen, wenn dieser nicht rausrückt, was gerade von ihm verlangt wird. Man nennt diese Form des Umgangs im Volksmund auch Faustrecht, und es kommt viel öfter vor, als die Medien – ach ja, die tollen, tollen Medien – ihnen gerne vorgaukeln.

Unser kleiner Golo, vom Leben verarscht, weil er im falschen Viertel auf die Welt gekommen ist begreift tatsächlich nicht, dass er gegen allgemein gültige Regeln verstoßen hat, weil ihm diese Regeln niemals als verbindlich erklärt wurden. Nun wird er dafür bestraft, und wenn ihm im Rahmen dieser Strafe nicht unmissverständlich klar gemacht wird, dass die Regeln der Welt im großen und ganzen anders sind als die der kleinen, aus der er nun mal stammt, wird es verdammt schwer. Das sind nun die Kerne in diesem Kürbiss. Es ist schwer zu verstehen, dass die da sein müssen, aber ohne gibt es halt keine neuen Kürbisse und irgendwann sind sowohl die Suppe als auch Halloween alle.

Kommen wir zur Suppe: Aus Strafe wird nur Sühne, wenn der Bestrafte begreift, dass er etwas falsch gemacht hat UND es auch bereut. Reue ist, auch wenn man dies zum Beispiel Bankiers und Wirtschaftsbossen so gut wie nie anmerkt ein wesentlicher Bestandteil unseres Wertekanons, denn nur sie führt – zumindest bei der sühnenden, reuenden Person – zu einer Verhinderung weiterer Verfehlungen ähnlichen Typs. Zu begreifen, dass man etwas falsch gemacht hat, zu verstehen, dass dies sinnvoller Weise bestraft werden muss und somit die Verantwortung für sein Tun oder auch Unterlassen zu übernehmen, erfordern Mut und charakterliche Stärke, welche einzupflanzen, zu hegen und zu pflegen eigentlich Aufgabe der Familie, der Schule und der Gesellschaft wäre. Wie sich allerdings immer wieder zeigt, sind alle drei gemeinsam (klingt paradox, ist aber so) schuld daran, dass es so viele Menschen gibt, die NICHT fähig sind, Schuld als solche begreifen und eingestehen zu können.

Womit wir schon bei der nächsten Ladung Schuldiger wären, denn anstatt die Verantwortung für entstandene eigene Fehler selbst zu übernehmen und somit zu versuchen, diese auch zu bereinigen und es fürderhin besser hinzukriegen, zeigt man viel lieber mit dem Finger auf die anderen vermeintlich Mitschuldigen, denn dies enthebt mich vielleicht ja der Notwendigkeit, etwas tun zu müssen, dass in der Regel a) Zeit, b) Geld und C) eventuell Ansehen kostet. Schitzogall, Ick hör dir trapsen. Sie ahnen wohl schon, worauf das hinausläuft, nicht wahr? Ja genau, es geht wieder einmal, weil das Leben halt kein Ponyhof und SIE werter Zuhörer beim besten Willen nicht mehr unschuldig sind natürlich um SIE und ihre mannigfaltigen Verfehlungen. Oh ja… aber auch um mich und die meinigen!

Ich rede schon seit einigen Seiten davon, Verantwortung zu übernehmen, für das, was man so im Durchleben verbockt, weil echte Schuld in unserer Gesellschaft dauernd mit den Miesen auf dem Girokonto verwechselt wird. Man kann zwar versuchen, sich durch den geschickten Einsatz pekuniärer Ressourcen von gewissen Verantwortungen freizukaufen, aber dass diese Praxis im Großen und Ganzen allenfalls zu verpfuschten Kindheiten, zerknirschten Abtritten auf dem Sterbebett und der erst ganz allmählich entstehenden Gewissheit, seine Existenz vergeudet zu haben führt ist eine Tatsache, der viele Menschoiden erst zu spät gewahr werden. Drum fühlen sie sich gewarnt.

Ich fragte Anfangs, was ICH dem Leben wohl schulde und wenn ich ihnen ehrlich darauf antworten darf: einfach alles, was ich kann und weiß. Das Schöne hieran aber ist, dass diese gestalt- und gewaltlose Institution „Leben“ keine rüden Inkassoberater in schwarzen Ledermänteln mit slawischem Zungenschlag schickt, um abzukassieren, sondern einfach nur das honoriert, was ich aus freien Stücken zurückgebe, indem ich andere an meinen (Er)Kenntnissen und meinem Können teilhaben lasse – gleich, auf welche Weise dies geschieht. So ist meine Sühne für die kleinen Nickligkeiten, die Notlügen, das Verschweigen von Dingen, die mich eventuell hätten in die Bredouille bringen können, eben alles, was man so den lieben langen Tag falsch macht schlicht, dass ich für’ s Nehmen auch gebe. Wenn sie so wollen ist Großzügigkeit der Schlüssel.

Aber nicht Freigiebigkeit mit der Kohle – viele könnten sich das eh nicht leisten – sondern mit den Mitteln, die uns das Menschsein sozusagen frei Haus mitgeliefert hat. Ob sie sich nun dafür entscheiden, einfach mal was zu spenden (was der meiste allzu leichte Weg ist)oder tatsächlich mal ihren Mitmenschen auf die eine oder andere Art zur Hand gehen, bleibt selbstverständlich ihrer (hoffentlich) unerschöpflichen Phantasie überlassen. Aber glauben sie bitte nicht, dass sie sich einfach nach Belieben in der sie umgebenden Region unserer Welt bedienen können, ohne dass ihnen irgendwann von irgendwem oder irgendwas (welcher Instanz wie etwa „Gott“ sie das dann zuschreiben möchten, bleibt übrigens ebenfalls ihnen überlassen) eine Rechnung präsentiert wird. Und es ist vollkommen egal, ob sie einfach nur viele Kleinigkeiten auf dem Kerbholz haben, oder „ein großes Ding“.

Meine Schuld ist es, dass ich mich zu lange hin und her treiben ließ auf der Suche nach meiner Berufung. Allein das Wort ist Käse, denn das Leben beruft uns nicht zu irgendwas, sondern wir wählen das Leben, aber wenn ich vor fünfzehn Jahren schon gewusst hätte, was ich heute weiß, dann hätte ich… – hoppla, wieder einer dieser beliebten Trugschlüsse, denn exakt diese fünfzehn Jahre haben jene Persönlichkeit geformt, die es mir heute erlaubt, so gemeine Sachen zu schreiben. Sachen, die ihnen hoffentlich Treibstoff zur Reflexion ihres eigenen Daseins liefern.

Ob man nun schuldig ist oder nicht und wenn ja wessen das wohl sein könnte, darüber urteilt bei den allermeisten Wesen nicht ein übrigens von einem Teil der Delinquenten selbst bestellter Richter sondern dieses ominöse Ding, dass wir alle auf unsere ganz persönliche Art zu erdulden haben, nämlich das Leben. Schuld und Sühne bedeuten somit für mich selbst nicht mehr aber auch nicht weniger als mein Leben so zu gestalten, dass ich weder mir noch den Anderen um mich herum allzu viel Schaden zufüge, bzw. den, der entsteht irgendwie zu kompensieren suche. Das ist nicht leicht, es kostet Kraft, es bedarf großen Verantwortungsbewusstseins und es wird nicht immer honoriert – eigentlich sogar eher selten. Aber mir hilft es trotzdem. Zum Beispiel beim Blick in den Spiegel. Schauen sie doch auch mal wieder rein … und nicht nur um irgendwelche Cremchen oder Kramchen aufzutragen und die sich trotzdem mehrenden Fältchen zu Bestirnrunzeln. Denn das Herz sieht mehr als das Auge.

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